02.09.2010

WOHNEN - LEBEN - ARBEITEN
"Dialog Baukultur" auf dem Petrisberg in Trier
Wohnen – Leben – Arbeiten – strategische Stadtentwicklung
Auf Einladung des rheinland-pfälzischen Finanz- und Bauministers Dr. Carsten Kühl kamen am 03.09.2010 rund 90 interessierte Gäste aus den Bereichen Politik, Architektur und Bauen auf den Petrisberg in Trier. Die Veranstaltung des Dialogs Baukultur, mit dem Titel „Wohnen - Leben - Arbeiten – Strategische Stadtentwicklung“ fand diesmal in Kooperation mit der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und der EGP Entwicklungsgesellschaft Petrisberg GmbH in der ehemaligen Kapelle der Universität in Trier statt. Moderiert wurde die Tagung von Frau Sabine Kratz, Referentin im Haus der Großregion in Luxemburg/ Staatskanzlei Rheinland-Pfalz.
Im Vorfeld der Veranstaltung nutzte der Finanzminister die Gelegenheit, zusammen mit dem Geschäftsführer der EGP GmbH, Vertretern der Stadt Trier, der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, sowie des Finanzministeriums sich vor Ort einen Einblick über das mittlerweile bebaute Areal zu verschaffen. Das ehemalige ca. 70 ha große Konversionsgebiet ist nach nur sechs Jahren zum größten Teil bebaut und überzeugt nicht zu Letzt durch die ansprechende Architektur, die engagierten Bewohnerinnen und Bewohner und dem Wissenschaftspark.
Zu Beginn der Veranstaltung betonte Dr. Carsten Kühl in seiner Begrüßung die Wichtigkeit einer strategischen Stadtentwicklung sowie die Notwendigkeit einer guten Kooperation und engen Zusammenarbeit, die zwischen den Projektpartnern und auch der Kommune vorherrschen sollte. Denn neben einem flexiblen und aktiven Management und Steuerung seien auch dies Erfolgsfaktoren, wie am Beispiel Petrisberg bemerkenswert sehn kann, so der Minister.
Projekte wie das „Wohnen an der Wasserkante“, das Bestandteil der Bauausstellung während der Landesgartenschau 2004 auf dem Petrisberg war, oder auch das „Wohnen am Lindenplatz“, beide mit Mitteln aus dem Landesprogramm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ (ExWoSt) vom Ministerium der Finanzen gefördert, beschreiten in der Region neue Wege und erzeugen Nachfrage die weit über die Landesgrenzen hinaus gehen.
Nach einem Grußwort durch den Oberbürgermeister der Stadt Trier, Klaus Jensen, führte Frank Böhme, Vorstandsmitglied der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und Freier Stadtplaner in Kaiserslautern die Teilnehmer in das Thema „strategische Stadtentwicklung“ ein. Er konnte eindrucksvoll aufzeigen, wie wichtig Kommunikation und Abstimmungsprozesse in der Stadtentwicklung und -planung sind.
Gefolgt wurde dieser Einführungsvortrag durch die Vorstellung des Projektes „Der neue Petrisberg“ von Herrn Jan Eitel, Geschäftsführer der EGP GmbH und Frau Melanie Baumeister, Prokuristin. In ihrem Vortrag wagten die beiden einen Vergleich zwischen dem was geplant und gewünscht war und dem nun mehr realisierten Petrisberg. Im wechselnden Dialog zeigten sie so kleine Misserfolge, Erfolge aber vor allem auch gewonnene Erfahrungswerte gekonnt auf. Anschaulich wurde den Besuchern der Fachtagung näher gebracht, wie wichtig eine abgestimmte Planung ist und wie viel Engagement es von allen Beteiligten erfordert.
Nach einer Kaffepause, die intensiv für Gespräche genutzt wurde, zeigte Herr Hape Schneider, Assistent der Geschäftsführung der Hafencity Hamburg GmbH den Teilnehmer in seinem Vortrag „HafenCity Hamburg-Die Neuerfindung am Wasser“ viele Fotos und Pläne der Hafen-City und vermittelte so Eindrücke der wohl zurzeit bekanntesten Stadtentwicklung in Deutschland.
Nicht weniger interessant war die letzte Präsentation eines städtebaulichen Projektes, das 1990 anlässlich der EXPO 2000 in Hannover entwickelt worden ist. Vorgestellt wurde es von Herrn Jürgen Eppinger, Ltd. Baudirektor a.D. in Hannover. Diese Entwicklung zeigte deutlich auf, wie sich die Planungen aufgrund auch hier gewonnener Erfahrungswerte weiter entwickelt haben und wie bereits vor 20 Jahren die ökologischen Aspekte und auch die Partizipation die Planungen aktiv beeinflusst haben.
Abschließend lässt sich zusammen fassen, dass es an diesem Nachmittag gelungen ist, neben einer theoretischen Einführung praxisorientiert drei städtebauliche Projekte vorzustellen, die maßgeblich nicht nur eine Region, bzw. eine Stadt, sondern auch die Planerwelt mit geprägt haben und prägen werden.





