13.03.2006
Wein + Architektur 3
Reben und Räume
Symposium am 13. März 2006
Kloster Machern in Bernkastel-Wehlen
Wein-Architektur tritt immer mehr in den Fokus, wenn es um erfolgreiches Marketing von Winzerbetrieben geht. Und dies nicht nur bei den weltweit bekannten Großbetrieben oder in Österreich. Auch in Rheinland-Pfalz ist das Thema angekommen, wie die gut 200 Gäste, Winzer wie Architekten, beim dritten Symposium "Wein + Architektur" am 13. März in Bernkastel-Wehlen unter Beweis stellten.
Weingut Hofstätter, Südtirol
Wie ein traditionsreiches Weingut in Südtirol, mitten im Ort und in unmittelbarer Nähe zu denkmalgeschützten Gebäuden gelegen, zeitgemäß umgebaut werden kann und dabei rund 1.000 qm neue Betriebsfläche inklusive Barriquekeller erhält, zeigte Architekt Markus Scherer, Meran, der zusammen mit seinem Berliner Kollegen Rüdiger Baumann das Weingut Hofstätter in Neumarkt umgebaut und erweitert hat. Wichtig war den beiden die Optimierung der Betriebsabläufe einerseits, die zeitgemäße Gestaltung des neuen Betriebsteils und der Einsatz traditionsreicher Materialien wie Ziegelboden und Lehmputz im Barriquekeller, die das Klima des Kellers stabilisieren.
Ein Hamburger in der Steiermark
Die Architekten und Winzer zusammenfinden, demonstrierten der Hamburger Architekt Martin Weidemann und das Winzerpaar Anton und Daniela Krispel, Weinbauernhof Krispel: Zunächst war es für Weidemann der zufällige Zwischenstopp auf dem Weg nach Italien, dann folgten Ferien in der Steiermark und schließlich fragte Anton Krispel den Gast, ob denn eine neue Produktionshalle wirklich so hässlich sein müsse, wie die Produktionsingenieure sie konzipiert hatten.
Das junge Architektentrio hofmann keicher ring, Würzburg, stellte das vielfach publizierte „Weingut am Stein“ in Würzburg vor. Sie hatten über einen Architektenwettbewerb den Auftrag erhalten. Dem Thema Licht, Farbe und (Innen-)Architektur als Verkaufsargumente widmete sich die Architektin und Innenarchitektin Annette Bartsch, Bad Neuenahr-Ahrweiler, in ihrem Vortrag. Sie ermunterte die Winzer Abschied von der Fassdaube zu nehmen und stattdessen ihr Produkt mit den vielfältigen Farben der Landschaft und der Reben zeitgemäß in Szene zu setzen.
Mit einem flammenden Appell an die moselländischen Winzer, ihre eigenen Potenziale – und keinen "globish" toupierten "mediterranen" Stil zu pflegen – schloss Ilse-Maria Engel-Tizian, Architektin aus Trier und Vorsitzende des Kammerausschusses für Öffentlichkeitsarbeit, den Tag ab.