Initiative Runder Tisch Baukultur in Rheinland-Pfalz
In der Koalitionsvereinbarung für die 14. Wahlperiode des rheinland-pfälzischen Landtags 2001 - 2006 war die Einrichtung eines Runden Tisches Baukultur vorgesehen. Die Landesregierung wollte damit die gesellschaftliche, die soziale, die ökonomische und ökologische Bedeutung der Baukultur betonen, aber auch Anreize für den Bausektor geben und die Innovation fördern. Alle Bereiche des Bauens sollten einbezogen werden: insbesondere Wohnungsbau, Städtebau, öffentlicher Bau, Freiraumplanung, Gewerbe-, Industrie- und Verkehrsbau.
Rheinland-Pfalz hatte durch diese Koalitionsvereinbarung und deren Umsetzung konkrete Schritte zur Entwicklung einer regionalen Architekturpolitik unternommen, nachdem das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau die "Initiative Architektur und Baukultur" ins Leben gerufen hatte. Die Landesregierung griff damit unter anderem auch Anregungen der rheinland-pfälzischen Architektenkammer auf, die sie in ihren "10 Forderungen an eine zukunftsorientierte Bau- und Architekturpolitik in Rheinland-Pfalz" im August 2000 formuliert hatte.
Unser Gemeinwesen verlangt nach lebenswerten Orten, in denen Menschen sich wohlfühlen können und mit denen sie sich identifizieren können. Gerade in einer Welt, die zunehmend von virtuellen Bildern und digitalen Netzen bestimmt und beeinflusst wird, gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung: Die Gestaltung unserer Dörfer und Städte in sozialer Verantwortung als Orte zum Leben und Arbeiten, aber auch für Kultur, Freizeit und Erholung. Es gilt, die vielfältigen, regionalen Identitäten der Siedlungen und Landschaften, die unser Land prägen, zu erhalten. Dabei geht es jedoch nicht nur darum, das Ererbte zu bewahren und zu pflegen, sondern aufbauend auf einer stolzen Bautradition Neues zu gestalten.
Ziel ist es, eine breite öffentliche Diskussion anzustoßen und zu führen, die über die Fachebene hinausgeht und die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land erreicht: Von den Häuslebauern bis zu den Schülern und Lehrern, von den Kommunalpolitikern in den Gemeinden und Städten bis zu den Wohngenossenschaften, den Mietervereinigungen und bürgerschaftlich engagierten Gruppen, beispielsweise zur AGENDA 21, oder aus den sozialen Bereichen der Familien-, Senioren- und Behindertenarbeit. Auch die Grundsätze des Gender Mainstreaming sind im Rahmen der Initiative zu berücksichtigen.
Der Runde Tisch wird verstanden als ein breit angelegtes Dialogforum mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Neben den Ministerien der Landesregierung, den Kammern, Verbänden und Vereinen, die sich mit Planen und Bauen befassen, sollen auch die Kommunen, Hochschulen, die Medien und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, der Wirtschaft, der Architektenschaft und der Künstlerschaft mit einbezogen werden.
Zu den Aufgaben des Runden Tisch gehörte es
- den Diskussionsprozess anzustoßen und zu führen sowie den Informationsaustausch zu pflegen,
- ein Baukultur-Programm für Rheinland-Pfalz zu erarbeiten und
- konkrete Maßnahmen zur Förderung der Baukultur vorzuschlagen und umzusetzen.
Diese Punkte deckt mittlerweile der Dialog Baukultur ab.
Die Initiative Baukultur ist im Sinne eines ganzheitlichen, nachhaltigen Bauens zu entwickeln und soll die 4 Bereiche "Baukunst, Wirtschaft, Ökologie und Soziales" widerspiegeln.
Zum Teilnehmerkreis (der jederzeit offen ist für weitere Interessierte) sollen gehören:
- Die Ministerien der Landesregierung
- Kammern: Architektenkammer und Ingenieurkammer, Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern,
- Verbände: Bund Deutscher Architekten (BDA), Deutscher Werkbund, Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA), Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL), Bund Deutscher Baumeister (BDB), Bund Deutscher Innenarchitekten (BDIA), Architekten- und Ingenieurverein (AIV), Berufsverband Bildender Künstler (BBK), Berufsverband Kunsthandwerk Rheinland-Pfalz e.V., Bauhütte der Pfalz, Bauindustrie, Bauwirtschaft, Landesbehindertenbeirat, Arbeitsgemeinschaft der Familienorganisationen (AGF), Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Rheinland-Pfalz e.V., Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. ,
- Kommunale Spitzenverbände,
- Universitäten und Fachhochschulen des Landes, Weitere Institutionen wie Kirchen, Bauforum Rheinland-Pfalz, Stiftung Baukultur, Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, Museen sowie Burgen, Schlösser, Altertümer (B.S.A.), Landesleitstelle alten- und behindertengerechtes Bauen,
- Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, aus der Wirtschaft, dem Sozialbereich, der Architektenschaft und der Künstlerschaft
- sowie die Medien.


