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Neues Wohnen

Der demografische und soziale Wandel einer "weniger, älter und bunter" werdenden Gesellschaft stellt auch in Rheinland-Pfalz eine der zentralen Herausforderungen für die Entwicklung der Städte und Regionen dar und wird diese in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stark beeinflussen.

Vor dem Hintergrund dieses Wandels sowie der Pluralisierung von Lebensstilen und Haushaltstypen entwickeln sich derzeit bundesweit neue, vielfältige Modelle des Bauens, Wohnens und gemeinschaftlichen Zusammenlebens.
Diese finden sich in vielfältiger Form auch in Rheinland-Pfalz wieder.

Neues Wohnen in Rheinland-Pfalz

Die im Jahr 2009 vom Ministerium der Finanzen veröffentlichte Broschüre "Neues Wohnen" zeigt einen Ausschnitt aktueller Wohnungsbauprojekte in Rheinland-Pfalz, die belegen, wie vielfältig Wohnen sein kann. Sie sollen Anregungen für weitere, interessante und zukunftweisende Projekte für das Wohnen im 21. Jahrhundert geben.

»Download der Broschüre«

 

Was ist neu?

Hierzu lässt sich eine Reihe von Punkten aufzeigen, die in unterschiedlichem Umfang auf die hier vorgestellten Projekte zutreffen. Deutlich wird eine Tendenz zur Abkehr vom reinen, hinsichtlich der Nachfragergruppen oftmals monostrukturierten, Einfamilienhaus und Geschosswohnungsbau, wie man ihn  aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lange Zeit kannte.

Neu ist die in den Projekten häufig anzutreffende Mischung innerhalb der Projekte, die das soziale "bunter werden" auch im baulichen und dem nachbarschaftlichen Zusammenleben wiederspiegeln. Die Zielgruppen, die von den einzelnen Projekten angesprochen werden, sind zumeist vielfältig: Innerhalb der geförderten Projekte finden sich oftmals Angebote für unterschiedliche Personengruppen und Generationen, die in den Projekten gemeinsam wohnen, leben und/oder arbeiten, seien es Familien, ältere Menschen, Behinderte oder Alleinerziehende.

Was noch neu ist: Das Thema "demografischer Wandel" spiegelt sich in vielen der Bauprojekte sehr viel deutlicher wider, als dies noch in den 1990er-Jahren der Fall war. Viele der Vorhaben richten sich speziell an Senioren, sei es mit barrierefreien bzw. barrierearmen Wohnungen und Gebäuden, Gemeinschaftseinrichtungen, zusätzlichen Serviceangeboten oder innovativer Haustechnik im Sinne eines "Assisted Living".

Neu ist auch, dass in vielen Projekten bewusst gemeinschaftliche und dabei häufig generationsübergreifende Wohnformen gewählt wurden. Neues Wohnen bedeutet hier häufig nicht nur, als einzelner Haushalt "ein Dach über dem Kopf zu haben", sondern auch gemeinsam zu leben, Platz zu haben, sich in gemeinschaftlichen Räumen auszutauschen und sich wo möglich und notwendig, auch gegenseitig zu unterstützen.

Gemeinsinn und soziales Miteinander, zum Teil schon bei der Planung und dem Bau der Projekte, sind damit kennzeichnende Merkmale für viele der Projekte. Privatheit und Gemeinschaft erfahren in vielen der Projekte damit ein neues, über die eigene Familie hinausreichendes, gegenseitig unterstützendes Zusammenleben von Jung und Alt feststellen.

Ebenfalls neu ist eine verstärkte Rückbesinnung auf das Bauen und Wohnen in den Stadt- und Ortskernen des Landes. Jahrzehntelang wurde Wohnungsbau vor allem an den Rändern und im Umland der Städte betrieben.

Bei aller Wohnqualität die dabei auch entstanden ist, hatte dies auch negative Folgen wie einen hohen Flächenverbrauch, mehr motorisierten Individualverkehr und einen Kaufkraftabfluss aus den Zentren. Schrumpfende und älter werdende Gesellschaften benötigen aber starke Zentren mit kurzen Wegen, um die vielfältigen Angebote und Infrastrukturen aufrechtzuerhalten, die unsere europäischen Städte auszeichnen.

Mit dem Wohnen in den Stadt- und Ortskernen wird, auch dies ist neu, auch die Trennung von Wohnen und Arbeiten ein Stück weit rückgängig gemacht werden können, die unsere Stadtentwicklung ein halbes Jahrhundert lang gekennzeichnet hat. Viele der heutigen Berufe lassen sich ohne Störung der Wohnfunktion zuhause ausüben, Arbeiten und Wohnen können damit räumlich wieder enger zusammenrücken.

Besonders wichtig ist sicherlich für Rheinland-Pfalz das Thema Konversion, denn mehr als alle anderen Bundesländer ist Rheinland-Pfalz seit dem Ende des Kalten Krieges vom Abzug der hier über vier Jahrzehnte stationierten Militärs betroffen. Hier entsteht im Land seit vielen Jahren neues Wohnen auf alten Flächen. 

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